Funktionelle Herzrhythmusstörungen

gestresste Frau

Was sind funktionelle Herzrhythmusstörungen?
Jeder kennt Situationen, wo vor Aufregung das Herz bis zum Halse schlägt oder vor Angst das Herz nicht nur klopft, sondern hämmert. Wenn jedoch ohne ersichtlichen Grund, oft auch in Ruhe oder nachts die Symptome Herzklopfen, Herzstolpern, Herzjagen, Angstgefühl, Schwindelgefühl, Kurzatmigkeit, Druckgefühl auf der Brust auftreten, dann ist das für den Betroffenen sehr beunruhigend und erzeugt einen hohen Leidensdruck. Wenn hier der Arzt das Herz gründlich untersucht und nichts feststellen kann und auch sonst keine krankheitsbedingten Ursachen vorliegen, dann handelt es sich in diesem Fall um sogenannte „funktionelle Herzrhythmusstörungen“. Darunter versteht man das Auftreten von ventrikulären Extrasystolen (zusätzliche Herzschläge, die in der Herzkammer auftreten) ohne organisch bedingte Erkrankung.
Die Gründe für das Auftreten von funktionellen Herzrhythmusstörungen sind vielfältig, z. B. können besondere Belastungssituationen, Streß oder hormonelle Schwankungen der Auslöser sein. Betroffen sind häufig auch junge Patienten, bei denen man solche Herzbeschwerden aufgrund des Alters nicht erwartet. Die Extrasystolen, beschrieben als Herzstolpern oder Herzjagen, lösen oft heftige Angstzustände aus. Der Hausarzt oder der Kardiologe können mittels EKG zwar die Extrasystolen messen, das Herz ist aber ansonsten völlig gesund. Deshalb spricht man hier von funktionellen Herzrhythmusstörungen, im Gegensatz zu organisch bedingten Herzrhythmusstörungen, wie z. B. Vorhofflimmern.
Wer ist betroffen?
- Häufig junge Frauen in besonderen Belastungssituationen (z. B. Doppelbelastung Beruf und Familie)
- Frauen in den Wechseljahren, denn die hormonelle Umstellung hat auch Auswirkung auf den Elektrolythaushalt, was wiederum ebenfalls zu HRS führt. 
- Patienten mit vermuteten psychischen Erkrankungen, wie Depression, Burnout, Angst- und Panikerkrankungen. Oft steht bei diesen Erkrankungen aber die kardiale Symptomatik im Vordergrund und veranlaßt so den Arztbesuch.
Wieso verursacht Streß  HRS?
- Unter psychischen und physischen Belastungssituationen schüttet der Körper das auch als "Streßhormon" bekannte Hormon Cortisol in hoher Menge aus. Es hat die Aufgabe, den Flüssigkeitshaushalt, Kreislauf und Stoffwechsel des Körpers auch an extreme Situationen anpassen zu können, wie z. B. bei Infektionen, Verletzungen oder auch bei der Geburt, wo es verstärkt ausgeschüttet wird. Ebenfalls wird Cortison auch bei psychischen Belastungen (Angst, Überlastung, Depression, beruflicher Streß, etc.) vermehrt produziert. 
- Die Ausschüttung von Cortisol ist eng verknüpft mit einem anderen Hormon, dem Aldosteron, was speziell den Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalt regelt. Steigt durch Cortisolausschüttung der Aldosteronspiegel an, so hat dies zur Folge, dass Wasser und Natrium im Körper zurückgehalten werden und stattdessen vermehrt Kalium (und auch Magnesium) ausgeschieden werden.
- Durch den dadurch bedingten Kalium- und Magnesiummangel läßt sich so die Symptomatik der funktionellen Herzrhythmusstörungen bei Streß physiologisch erklären.

Wie wird behandelt?
- Da es sich hier häufig um eine Verschiebung des Elektrolytgleichgewichts handelt, steht die Therapie mit den Elektrolyten Kalium und Magnesium im Vordergrund. Durch den Ausgleich dieser Elektrolytimbalancen verbessert sich die Symptomatik und lindert den Leidensdruck. Daher ist hier die kombinierte Gabe von Kalium und Magnesium, auch als therapiebegleitende Maßnahme, sehr sinnvoll.